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Ratgeber

Schnittbreite und Schnitttiefe bei Kappsägen

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Diese Seite erklärt, wie die Angaben zu Schnittbreite und Schnitttiefe in Datenblättern von Kappsägen zu lesen sind. Sie erfahren, welche Rolle Blattdurchmesser, Zugfunktion und Bauart spielen, warum Gehrungs- und Neigungsschnitte kleinere Maße haben und wie Sie die passende Säge für Ihre typischen Werkstücke finden. Als Beispiele dienen Herstellerangaben von Sägen aus unserem Ratgeber Die besten Kapp- und Gehrungssägen. Eigene Messwerte nennen wir nicht.

Begriffe: Schnittbreite, Schnitttiefe, Schnittkapazität

Die Schnittbreite ist die größte Breite, die die Säge in einem Schnitt durchtrennt, gemessen entlang des Anschlags quer zum Blatt. Die Schnitttiefe oder Schnitthöhe ist die größte Höhe des Werkstücks, die das Blatt noch ganz durchschneidet. Hersteller fassen beides oft als Schnittkapazität zusammen, etwa 305 x 65 mm bei 90/90 Grad.

Die erste Zahl hinter der Winkelangabe steht meist für die Gehrung, die zweite für die Neigung. 90/90 bedeutet einen geraden Kappschnitt. 45/90 bedeutet Gehrung 45 Grad ohne Neigung. 90/45 oder 45/45 enthalten eine Neigung des Sägekopfs.

Wie der Blattdurchmesser die Schnitttiefe bestimmt

Je größer das Blatt, desto weiter reicht es unter der Achse nach unten und desto höher darf das Werkstück sein. Der Abstand zwischen Flansch und Tisch begrenzt die Höhe zusätzlich. Ein 305-mm-Blatt schafft daher deutlich höhere Werkstücke als ein 216-mm-Blatt. Für Balken, Kanthölzer und hohe Sockelleisten ist der Durchmesser entscheidend.

Manche Sägen erlauben es, hohe Leisten hochkant am Anschlag zu schneiden. Hersteller geben dafür eigene Werte an, etwa für Sockelleisten bis zu einer bestimmten Höhe.

Wie die Zugfunktion die Schnittbreite bestimmt

Eine Kappsäge ohne Zug schwenkt das Blatt nur nach unten. Die Schnittbreite ist dann durch den Blattdurchmesser begrenzt. Eine Zugsäge kann den Sägekopf zusätzlich auf Schienen nach vorne ziehen. Damit schneidet sie Bretter, die deutlich breiter sind als der Blattdurchmesser.

Deshalb kann eine kleine Zugsäge mit 216-mm-Blatt breiter schneiden als eine große Säge ohne Zug. Für breite Regalbretter, Paneele und Laminatdielen ist die Zugfunktion wichtiger als ein großes Blatt. Mehr zur Abgrenzung im Beitrag Kappsäge oder Paneelsäge.

Beispiele aus Herstellerangaben

Die folgende Tabelle zeigt Werte, wie sie in den Produktangaben einiger Sägen stehen. Sie dienen zur Einordnung. Prüfen Sie vor dem Kauf immer das aktuelle Datenblatt des Herstellers.

Hinweis:Die Angaben stammen aus den Produktbeschreibungen der Hersteller. Messverfahren und Bezugspunkte können sich zwischen Herstellern unterscheiden.

Warum Gehrung und Neigung die Maße verkleinern

Bei einer Gehrung von 45 Grad läuft das Blatt schräg über das Werkstück. Die effektive Strecke wird länger, die nutzbare Breite des Werkstücks deshalb kleiner. Bei einer Neigung kippt das Blatt zur Seite. Der Teil des Blatts, der unter die Werkstückoberfläche reicht, wird kürzer, die Schnitttiefe sinkt.

Planen Sie deshalb immer mit den Werten für die Winkel, die Sie am häufigsten brauchen. Wer viele Gehrungen an breiten Brettern schneidet, sollte auf die 45-Grad-Werte achten, nicht nur auf den Kappschnitt.

Die passende Größe finden

Messen Sie Ihre typischen Werkstücke: die breitesten Bretter, die höchsten Leisten, die dicksten Balken. Vergleichen Sie diese mit den Herstellerangaben bei 90 und 45 Grad. Für Leisten, Rahmen und Laminat reicht häufig eine 216- oder 254-mm-Zugsäge. Für Balken, Terrassenunterbau und Zimmererarbeiten lohnt sich eine 305-mm-Säge.

Bedenken Sie auch Gewicht und Platzbedarf. Große Zugsägen brauchen nach hinten viel Raum für die Schienen, es sei denn, sie haben eine Knickarm- oder Gleitführung. Wer mobil arbeitet, findet Modelle ohne Kabel unter Akku-Kappsägen. Welches Blatt zur Größe passt, erklärt Welches Sägeblatt für die Kappsäge.

  • Breitestes Werkstück messen und mit Schnittbreite bei 90 und 45 Grad vergleichen
  • Höchstes Werkstück mit Schnitttiefe vergleichen
  • Platzbedarf nach hinten bei Zugsägen beachten
  • Gewicht für Transport berücksichtigen

Kappsägen nach Schnittkapazität vergleichen →

Häufige Fragen

Bestimmt ein großes Blatt die Schnittbreite? Nur bei Sägen ohne Zug. Bei Zugsägen bestimmt vor allem der Zugweg die Schnittbreite, der Durchmesser vor allem die Schnitttiefe.

Was bedeutet 305 x 65 mm bei 90/90 Grad? Die Säge schneidet im geraden Kappschnitt Werkstücke bis 305 mm Breite und 65 mm Höhe.

Warum ist die Schnittbreite bei 45 Grad kleiner? Weil das Blatt schräg über das Werkstück läuft und die nutzbare Breite dadurch kürzer wird.

Brauche ich eine 305-mm-Säge? Nur wenn Sie häufig hohe Werkstücke wie Balken schneiden. Für Leisten und Bretter reicht meist eine kleinere Zugsäge.

Was Sie dafür brauchen