Anleitung
Werkbank ölen und die Oberfläche schützen
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Kurz gesagt
Eine Werkbankplatte aus Holz wird geschliffen, entstaubt und dann dünn mit Leinöl, Hartöl oder Hartwachsöl behandelt. Überschüssiges Öl wischen Sie nach der Einwirkzeit ab, sonst bleibt die Fläche klebrig. Zwei bis drei dünne Schichten genügen. Lack ist für Werkbänke weniger geeignet, weil er abplatzt und sich schlecht ausbessern lässt.
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Eine unbehandelte Werkbankplatte nimmt Leim, Wasser, Öl und Farbe auf. Flecken ziehen tief ein, und die Platte kann quellen. Eine Behandlung mit Öl schützt das Holz, ohne die Oberfläche rutschig zu machen. Diese Anleitung zeigt, welches Mittel sich eignet, wie Sie die Platte vorbereiten und auftragen und wie oft Sie nachbehandeln sollten. Sie gilt für massive Holzplatten und Multiplexplatten mit Holzoberfläche.
Warum Öl und nicht Lack
Öl dringt in das Holz ein und härtet dort aus. Die Oberfläche bleibt griffig, und Werkstücke rutschen nicht weg. Kratzer und Flecken lassen sich örtlich abschleifen und neu ölen, ohne dass ein sichtbarer Rand entsteht.
Lack bildet dagegen eine Schicht auf dem Holz. Auf einer Werkbank wird diese Schicht durch Schläge, Zwingen und Schrauben schnell beschädigt. An den Schadstellen dringt dann Feuchtigkeit ein. Viele Hersteller fertiger Werkbänke liefern ihre Platten deshalb geölt oder gewachst aus, etwa die Multiplexplatte der LISTA-Werkbank, die laut Listing geölt und gewachst ist.
Welches Mittel passt
Für Werkbänke haben sich drei Mittel bewährt. Die Auswahl hängt davon ab, wie stark die Platte belastet wird und wie viel Zeit Sie für die Trocknung haben.
| Mittel | Eigenschaften | Trocknung |
|---|---|---|
| Leinölfirnis | dringt tief ein, feuert die Maserung an | langsam, oft mehrere Tage |
| Hartöl | härtere Oberfläche, gute Beständigkeit | meist schneller als Leinöl |
| Hartwachsöl | Öl und Wachs kombiniert, wasserabweisend | laut Herstellerangabe |
| Bienenwachs allein | angenehme Oberfläche, wenig Schutz | sofort, muss oft erneuert werden |
Hinweis:Ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden. Breiten Sie sie zum Trocknen flach im Freien aus oder bewahren Sie sie in einem geschlossenen Metallbehälter mit Wasser auf, wie es die Hersteller empfehlen.
Schritt für Schritt ölen
Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum mit mindestens 15 Grad Raumtemperatur. Die genauen Mengen und Einwirkzeiten stehen auf dem Gebinde.
- 1
Alte Leimreste mit Ziehklinge oder Spachtel entfernen.
- 2
Platte mit Körnung 120 und danach 180 schleifen, immer in Faserrichtung.
- 3
Staub gründlich absaugen und mit einem feuchten Tuch nachwischen.
- 4
Öl mit Pinsel, Rolle oder Lappen dünn und gleichmäßig auftragen.
- 5
Nach der Einwirkzeit überschüssiges Öl vollständig abwischen.
- 6
Trocknen lassen, leicht mit feinem Vlies zwischenschleifen.
- 7
Zweite und bei Bedarf dritte Schicht auftragen, jeweils dünn.
Kanten und Unterseite nicht vergessen
Feuchtigkeit dringt vor allem über die Stirnseiten und Kanten ein. Behandeln Sie diese Flächen besonders gründlich. Auch die Unterseite sollte mindestens einmal geölt werden, damit die Platte gleichmäßig Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Sonst kann sie sich verziehen.
Wer eine neue Platte plant, findet Hinweise zu Holzarten und Stärken in Welche Platte für die Werkbank.
Pflege im Alltag
Leim lässt sich von einer geölten Platte leicht abheben, wenn er angetrocknet ist. Eine Unterlage aus Papier oder eine Schutzmatte verhindert Flecken beim Verleimen und Lackieren. Welche Auflagen sich eignen, beschreibt Auflage und Schutzmatte für die Werkbank.
Wird die Oberfläche grau oder fleckig, schleifen Sie die Stelle leicht an und ölen sie neu. Bei intensiver Nutzung genügt oft eine Auffrischung einmal im Jahr. Wie Verleimarbeiten auf der Werkbank gelingen, zeigt Verleimen mit Zwingen.
- Leimreste antrocknen lassen und abheben
- Ölige Teile auf einer Unterlage ablegen
- Wasserpfützen sofort abwischen
- Stark beanspruchte Stellen jährlich nachölen
Wenn die Platte nicht mehr zu retten ist
Tiefe Risse, aufgequollene Bereiche oder lose Furnierlagen bei Multiplex lassen sich mit Öl nicht beheben. Dann lohnt eine neue Platte oder eine neue Werkbank. Modelle mit massiver Buchenplatte stellt Hobelbänke mit Vorderzange vor, Werkbänke mit Multiplex- und Hartholzplatten finden Sie in Die besten Werkbänke für die Werkstatt.
Multiplex- und Verbundplatten
Multiplexplatten bestehen aus vielen verleimten Furnierlagen. Die oberste Lage ist oft nur gut einen Millimeter dick. Schleifen Sie deshalb vorsichtig und nicht mit grober Körnung, sonst kommt die nächste Lage mit quer laufender Faser zum Vorschein. Öl dringt in die Deckschicht ein und schützt sie wie bei Massivholz. An den Kanten sind die Lagen offen, dort nimmt die Platte besonders viel Öl auf.
Beschichtete Platten wie Siebdruck- oder Melaminplatten werden nicht geölt. Ihre Oberfläche ist bereits geschlossen. Hier genügt es, offene Kanten und Bohrungen zu versiegeln, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Für Kanten eignet sich Kantenschutz oder ein Lack, der für den Untergrund geeignet ist.
Bei neuen Werkbänken lohnt ein Blick in die Produktbeschreibung. Ist die Platte bereits geölt, reicht oft eine weitere dünne Schicht vor der ersten Nutzung, um den Schutz zu verbessern.
Häufige Fragen
Welches Öl ist für die Werkbank am besten? Für stark genutzte Platten sind Hartöl und Hartwachsöl verbreitet, weil sie widerstandsfähiger sind. Leinölfirnis ist die klassische, langsam trocknende Variante.
Wie oft muss ich die Werkbank ölen? Bei der ersten Behandlung zwei bis drei Schichten, danach nach Bedarf, oft einmal im Jahr.
Kann ich Speiseöl verwenden? Davon ist abzuraten. Viele Speiseöle härten nicht aus und können ranzig werden.
Rutschen Werkstücke auf einer geölten Platte? Bei dünnem Auftrag und vollständig abgewischtem Überschuss bleibt die Oberfläche griffig.
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