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Anleitung

Verleimen mit Zwingen

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Diese Anleitung ist für alle, die Leimholzplatten, Rahmen oder Korpusse verleimen und dabei gerade, spaltfreie Fugen erreichen wollen. Sie erfahren, wie viele Zwingen Sie brauchen, welche Zwingenart sich für welche Aufgabe eignet, wie Sie Zulagen einsetzen und wie Sie eine Platte beim Spannen flach halten. Dazu kommt ein bewährter Ablauf für die Trockenprobe, damit beim eigentlichen Verleimen unter Zeitdruck nichts schiefgeht. Die Angaben gelten für üblichen Weißleim (PVAc). Bei anderen Klebstoffen gelten die Hinweise des Herstellers.

Wie viele Zwingen pro Meter Leimfuge

Eine verbreitete Faustregel lautet: Der Druck einer Zwinge breitet sich im Holz etwa in einem Kegel von 45 Grad aus. Damit sich die Druckzonen benachbarter Zwingen an der Fuge überlappen, sollte der Abstand nicht größer sein als etwa die doppelte Entfernung von der Zwinge zur Fuge. Für schmale Bretter ergibt das in der Praxis einen Abstand von etwa 15 bis 25 cm.

Für eine Leimholzplatte von einem Meter Länge planen Sie daher meist vier bis sechs Zwingen ein. Mit Zulagen, also kräftigen Leisten zwischen Zwinge und Holz, verteilen Sie den Druck auf eine größere Fläche und kommen mit weniger Zwingen aus.

Hinweis:Die Werte sind Richtwerte für Weißleim und Hartholzbretter. Entscheidend ist ein gleichmäßiger, feiner Leimaustritt über die ganze Fuge.

Die passende Zwinge für die Aufgabe

Für Leimholzplatten eignen sich Korpuszwingen und Rohrzwingen, weil sie große Spannweiten und parallele Backen haben. Schraubzwingen aus Temperguss oder Stahl spannen kräftig und sind für Zulagen und Rahmen ideal. Einhandzwingen sind schnell gesetzt, haben aber meist weniger Spannkraft und eignen sich eher zum Fixieren als zum Verleimen breiter Fugen.

Eine ausführliche Übersicht über die Bauarten finden Sie im Beitrag Zwingenarten im Überblick. Wer viel auf der Werkbank spannt, profitiert außerdem von einem Lochraster, das im Beitrag Lochrastersystem mit 20 mm erklärt beschrieben wird.

  • Korpuszwinge: große Spannweite, parallele Backen, für Platten und Korpusse
  • Rohrzwinge: Länge über das Rohr wählbar, für lange Fugen
  • Schraubzwinge: hohe Spannkraft, für Zulagen und Rahmen
  • Einhandzwinge: schnell, für Fixieren und leichte Arbeiten
  • Bandspanner: für Rahmen und runde Teile

Trockenprobe vor dem Leimauftrag

Spannen Sie die Teile zuerst ohne Leim. So sehen Sie, ob die Fugen schließen, ob genug Zwingen bereitliegen und ob die Spannweiten passen. Legen Sie alle Zwingen auf die richtige Weite vorgestellt neben die Werkbank. Weißleim hat je nach Produkt eine offene Zeit von einigen Minuten, in der das Spannen erledigt sein muss.

Markieren Sie die Reihenfolge der Bretter mit einem Dreieck über alle Teile hinweg. Dann liegen sie beim Verleimen sicher in der richtigen Lage.

  1. 1

    Bretter anordnen und mit Dreieck markieren

  2. 2

    Zwingen auf Weite einstellen und bereitlegen

  3. 3

    Trocken spannen und Fugen kontrollieren

  4. 4

    Zulagen zuschneiden und mit Klebeband oder Folie gegen Ankleben schützen

  5. 5

    Zwingen wieder lösen und Leim vorbereiten

Zwingen über Kreuz setzen und Platten flach halten

Zwingen, die nur von einer Seite drücken, biegen eine Platte leicht auf, weil die Spindel nicht in der Plattenmitte liegt. Setzen Sie die Zwingen daher abwechselnd von oben und von unten. So heben sich die Kräfte auf und die Platte bleibt eben.

Zusätzlich helfen Querzulagen: Spannen Sie an beiden Enden der Platte eine gerade Leiste quer über die Fuge, oben und unten, und klemmen Sie diese mit kleinen Zwingen. Damit die Leisten nicht festkleben, legen Sie Paketklebeband oder Backpapier dazwischen. Kontrollieren Sie die Ebenheit nach dem Spannen mit einem Lineal quer über die Platte.

Werkbänke mit ebener Platte finden →

Leim auftragen und richtig anziehen

Tragen Sie den Leim dünn und gleichmäßig auf eine oder beide Fugenseiten auf, je nach Herstellerangabe. Fügen Sie die Teile zusammen, setzen Sie die Zwingen und ziehen Sie sie gleichmäßig von der Mitte nach außen an. Der richtige Druck zeigt sich an kleinen, gleichmäßigen Leimperlen entlang der gesamten Fuge.

Fließt an einer Stelle kein Leim aus, fehlt dort entweder Leim oder Druck. Fließt er in dicken Strömen, war zu viel Leim aufgetragen. Wischen Sie Leim nicht mit einem nassen Lappen ins Holz, sondern lassen Sie ihn anziehen und nehmen Sie ihn mit einem Stecheisen ab, wenn er gummiartig ist. Leimreste im Holz nehmen später keine Beize oder kein Öl an.

Hinweis:Halten Sie die Pressdauer und Belastungszeit auf der Leimflasche ein. Die meisten Weißleime brauchen deutlich länger, bis sie voll belastbar sind, als bis die Zwingen entfernt werden können.

Druckstellen und Verfärbungen vermeiden

Stahlbacken hinterlassen in weichem Holz schnell Abdrücke. Zulagen aus Restholz, Kork oder Kunststoffkappen auf den Backen verhindern das. Bei Eichen und anderen gerbstoffreichen Hölzern kann Stahl zusammen mit feuchtem Leim dunkle Flecken erzeugen. Legen Sie deshalb Folie oder Klebeband zwischen Rohr und Holz.

Achten Sie bei Rahmen darauf, dass die Zwinge in der Ebene der Fuge drückt. Liegt sie schräg, verschiebt sich die Verbindung und der Rahmen wird windschief. Prüfen Sie Rahmen und Korpusse nach dem Spannen über die Diagonalen: Sind beide gleich lang, ist das Teil rechtwinklig.

Häufige Fragen

Wie fest muss ich die Zwingen anziehen? So fest, dass die Fuge geschlossen ist und gleichmäßig feine Leimperlen austreten. Mit voller Kraft anzuziehen ist meist unnötig und kann Leim aus der Fuge pressen.

Wie lange müssen die Zwingen dranbleiben? Das hängt vom Leim, der Temperatur und dem Holz ab. Die Pressdauer steht auf der Leimflasche, bei Weißleim sind es oft zwischen einer halben und mehreren Stunden.

Kann ich auch mit wenigen Zwingen verleimen? Mit kräftigen Zulagen und einer guten Fugenpassung geht das. Für breite Leimholzplatten ist eine ausreichende Zahl an Korpus- oder Rohrzwingen aber deutlich sicherer.

Warum wölbt sich meine Platte nach dem Verleimen? Häufig wurden alle Zwingen von einer Seite gesetzt. Setzen Sie sie abwechselnd von oben und unten und nutzen Sie Querzulagen an den Enden.

Was Sie dafür brauchen