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Problemlösung

Ausrisse an der Schnittkante vermeiden

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Diese Seite richtet sich an alle, die an der Tischkreissäge beschichtete Spanplatten, Melaminplatten, Sperrholz oder furnierte Platten schneiden und dabei ausgefranste oder abgeplatzte Kanten bekommen. Sie erfahren, warum Ausrisse entstehen, welche Seite oben liegen sollte, welches Blatt sich eignet und welche einfachen Hilfsmittel die Kante stützen. Die Tipps gelten sinngemäß auch für Kapp- und Tauchsägen, dort liegt die gefährdete Seite allerdings oft anders.

Wo und warum Ausrisse entstehen

Ein Kreissägeblatt dreht sich an der Tischkreissäge von oben nach unten durch das Werkstück. Die Zähne treten oben ein und drücken die Oberfläche dabei auf das Material. Unten treten sie aus und ziehen die Fasern oder die Beschichtung nach außen. Deshalb entstehen Ausrisse fast immer an der Unterseite.

Bei Handkreissägen und Tauchsägen dreht das Blatt von unten nach oben, dort liegt die gefährdete Seite oben. Merken Sie sich deshalb: Bei der Tischkreissäge zeigt die Sichtseite nach oben, bei der Handkreissäge nach unten. Bei der Kappsäge liegt die Austrittsseite unten und am Anschlag.

Das passende Sägeblatt

Für beschichtete Platten eignen sich Blätter mit vielen Zähnen und Flach-Trapez-Zahnung (FZ/TR). Der Trapezzahn schneidet die Mitte vor, der Flachzahn räumt die Ecken aus. Die Beschichtung wird dadurch weniger stark nach außen gerissen. Für Massivholz quer zur Faser und Sperrholz sind Wechselzahnblätter (WZ) mit vielen Zähnen eine gute Wahl.

Ein stumpfes Blatt verursacht unabhängig von der Zahnform Ausrisse. Wenn ein bisher sauber schneidendes Blatt plötzlich ausfranst, lohnt sich ein Blick auf die Schneiden. Mehr dazu im Beitrag Sägeblatt: Zähnezahl und Zahnform erklärt.

Blatthöhe richtig einstellen

Die Blatthöhe beeinflusst den Winkel, unter dem die Zähne aus dem Material austreten. Steht das Blatt hoch, treten die Zähne steiler aus und drücken die Unterseite eher nach unten. Steht es niedrig, treffen sie flacher auf die Oberfläche. Welche Einstellung bei Ihrer Kombination aus Blatt und Platte die bessere Kante bringt, finden Sie mit einem Probeschnitt an einem Rest heraus.

Beachten Sie die Empfehlungen in der Bedienungsanleitung Ihrer Säge. Viele Hersteller geben vor, wie weit das Blatt über das Werkstück hinausragen soll, und die Schutzhaube muss in jeder Einstellung funktionieren.

Nullspalteinlage und Opferplatte

Die Tischeinlage um das Blatt hat ab Werk meist einen breiten Schlitz, damit sich das Blatt auch neigen lässt. Unter dem Schnitt fehlt dadurch die Auflage, und die Fasern können ausbrechen. Eine Nullspalteinlage ist eine Tischeinlage, in die das Blatt einmal von unten hineinsägt. Der Schlitz ist danach genau so breit wie der Schnitt und stützt die Unterseite bis an die Schnittkante.

Für einzelne Schnitte können Sie auch eine dünne Opferplatte aus Hartfaser unter das Werkstück legen und beide zusammen schneiden. Ob für Ihre Säge passende Nullspalteinlagen angeboten werden oder ob Sie eine selbst anfertigen können, steht oft in der Zubehörliste des Herstellers.

  1. 1

    Stecker ziehen, Blatt ganz absenken

  2. 2

    Originaleinlage entnehmen, Rohling einlegen und sichern

  3. 3

    Rohling von oben mit einem Brett fixieren, ohne in die Blattebene zu greifen

  4. 4

    Säge starten und das Blatt langsam von unten durch den Rohling heben

  5. 5

    Spaltkeil wieder montieren und Probeschnitt machen

Hinweis:Beim Einschneiden einer Nullspalteinlage greifen Sie nie in die Blattebene. Spaltkeil und Schutzhaube sind danach wieder zu montieren. Tragen Sie Schutzbrille und Gehörschutz.

Klebeband und Vorritzen

Ein Malerkrepp oder Gewebeband entlang der Schnittlinie auf der Unterseite hält die Fasern zusammen. Drücken Sie das Band gut an und ziehen Sie es nach dem Schnitt flach zur Schnittkante hin ab, damit es keine Fasern mitreißt.

Bei sehr empfindlichen Beschichtungen hilft ein Vorritzen: Mit einem scharfen Cuttermesser und einem Lineal ritzen Sie die Beschichtung entlang der Schnittlinie an der Austrittsseite. Der Schnitt muss dann genau in der Ritzlinie liegen. Formatkreissägen haben dafür ein eigenes Vorritzaggregat, wie im Beitrag Tischkreissäge oder Formatkreissäge erklärt wird.

Vorschub und Auflage

Schieben Sie gleichmäßig. Zu schneller Vorschub reißt die Beschichtung auf, zu langsamer Vorschub kann Wärme und Brandspuren erzeugen. Große Platten müssen über die ganze Länge aufliegen. Hängt eine Platte hinter dem Blatt durch, kippt sie und der Schnitt franst aus. Tischverbreiterungen, Rollenböcke oder ein zweiter Tisch helfen.

Für große Platten ist eine Tischkreissäge mit Tischverbreiterung und Schiebeschlitten deutlich angenehmer. Eine Übersicht passender Geräte finden Sie unter Die besten Tischkreissägen.

Hinweis:Nutzen Sie bei schmalen Zuschnitten einen Schiebestock und lassen Sie Spaltkeil und Schutzhaube montiert.

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Häufige Fragen

Welche Seite muss bei der Tischkreissäge oben liegen? Die Sichtseite liegt oben, weil die Zähne dort eintreten und die Oberfläche andrücken. Ausrisse entstehen an der Unterseite.

Hilft Klebeband wirklich? Bei Spanplatte, Sperrholz und Furnier verringert gut angedrücktes Klebeband auf der Austrittsseite Ausrisse häufig deutlich. Es ersetzt aber kein scharfes Blatt.

Brauche ich ein Spezialblatt für Melamin? Für saubere Kanten an beschichteten Platten ist ein Blatt mit vielen Zähnen und FZ/TR-Zahnung sinnvoll. Ein Universalblatt liefert hier oft sichtbare Ausrisse.

Warum franst nur die Unterseite aus? Weil die Zähne dort aus dem Material austreten und Fasern nach außen ziehen. Eine Nullspalteinlage stützt genau diese Seite.

Was Sie dafür brauchen